Fortbildung - Chancen der Kooperation und Koordination in ambulant betreuten Wohngemeinschaften

04.06.2019

Die wachsende Bedeutung der Wohngemeinschaften – auch in Baden-Württemberg – ist im engen Zusammenhang mit dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel zu betrachten. Vielerorts machen sich deshalb vor allem Städte und Gemeinden gemeinsam mit BürgerInnen, Initiativen und Partner im sozialen Netzwerk auf den Weg, um örtlich passende Zukunfts- und Quartiersprojekte zu entwickeln.

 

Die Fortbildung für „Koordinatoren/innen“ in ambulant betreuten Wohngemeinschaften soll die Rolle, Funktion und mögliche Aufgaben dieser auf „Anwaltschaftliche – Vertretung“ ausgerichteten Stelle beleuchten und Handlungshilfen für den Alltag bieten.

 

Ambulant betreute Wohngemeinschaften leben von ihrem selbstbestimmten Charakter und der Kooperation der unterschiedlichen Akteure. Tagtäglich müssen unterschiedlichste Bedürfnisse, Anforderungen und Erwartungen abgewogen und ausgehandelt werden. Dabei müssen die Akteure aus der Bürgerschaft, der Pflege, Alltagsbegleitung und der Kommune sich immer wieder konstruktiv und auf Augenhöhe begegnen und nach innovativen Lösungen suchen.

 

Der Gesetzgeber stellt den Bewohner*innen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften eine sogenannte „Koordinationskraft“ zur Seite (SGB XI § 38a).

 

Rolle, Aufgabe, Funktion und Anstellungsstruktur sind „Vor Ort“ in einem gelingenden Prozess zu erarbeiten und zu klären. Erfahrungsgemäß gelingt die Initiierung einer ambulant betreuten Wohgemeinschaft und Implementation einer „Koordinationskraft“ vor allem dort, wo inmitten des Gemeinwesens in einer sogenannten „geteilten Verantwortung“ von Kommunen, bürgerschaftlich Tätigen, Angehörigen und Professionellen ambulanten Diensten gedacht und agiert wird.

 

Dabei nimmt die Funktion der Koordinatorin/des Koordinators eine zentrale Rolle im Zusammenspiel der Akteure in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft ein. Die Fortbildung „Chancen der Kooperation und Koordination in ambulant betreuten Wohngemeinschaften“ ist daher als intensive Auseinandersetzung sowohl mit der Wohnform an sich, deren sozialem Umfeld und Kooperationspartnern, als auch mit dem Haltungs- und Rollenverständnis der Koordinationskraft in der Wohngemeinschaft zu verstehen.

 

Die Professionalität und Wichtigkeit des erst einige Jahre alten

Profils der Koordinationskraft soll mit dieser Fortbildung in

besonderer Weise in den Mittelpunkt gestellt werden.

 

DER KURS BEFASST SICH MIT:

•      Zivilgesellschaftlichem Ansätzen in Gemeinwesen und Netzwerken

  • Dem Rahmen und Charakter von Wohngemeinschaften im rechtlichen, kommunalen und bürgergestützten Zusammenhang
  • Der geteilten Verantwortung im Aufbau und Betrieb einer WG ausgestaltet in den Rollen, Aufgaben und Verantwortungen aller Beteiligten
  • Der hybriden Struktur einen ambulant betreuten Wohngemeinschaft und den Rollen der Bewohnerschaft im WG Alltag und im Bewohnergremium/Auftraggebergemeinschaft und dem Engagement der Angehörigen
  • Den Anforderungen an Stellen- und Aufgabenprofilen mit Erwartungen an den/ die Einstellungsträger
  • Der Implementation von Koordinationskräften und der Sicherung von Struktur, Aufgabe und Verantwortungsbereichen
  • Der Ausgestaltung von Aushandlungsprozessen sowie dem Konflikt- und Krisenmanagement
  • Der Rollenfindung und Rollensicherheit innerhalb von hybriden Aufbau- und Ablaufstrukturen
  • Der nachhaltigen Sicherung von Ergebnissen und Erfahrungen
  • Dem Aufbau eines Austausch und Coaching Netzwerkes bzw. anderer möglicher Begleitstrukturen